So klappt´s auch mit der Presse
Mithilfe von Presseinformationen kann man Redaktionen verschiedener Medien schnell und unkompliziert mit Neuigkeiten beliefern und so positive Aufmerksamkeit wecken. Wenn ein paar Grundregeln beachtet werden, nutzen Journalisten die Infos gerne als Recherchehilfe und merken sich den Verfasser im besten Fall sogar als Experten für ein bestimmtes Thema.
Ein Vortrag über die Tücken der Erbschaftsteuer, ein neuer Fall von ?Maschendrahtzaun? vor Gericht oder das erstrittene wegweisende Urteil zum Unterhaltsrecht ? all das können interessante Neuigkeiten mit Nachrichtenwert sein. Wenn in einer entsprechenden Meldung beispielsweise in der örtlichen Tageszeitung auch noch der Name des bearbeitenden Anwalts genannt wird, kann man von gelungener Pressearbeit sprechen, die Presseinformation hat ihren Zweck erfüllt.
Zielgruppe definieren und Medium anvisieren
Damit Presseinformationen auch tatsächlich in der Zeitung publiziert oder in anderer Weise von Medien aufgenommen werden, gilt es zunächst ein passendes Thema zu wählen, über das man die Öffentlichkeit informieren möchte. Dabei sollte man genau definieren, welche Zielgruppe mit der Nachricht erreicht werden soll: lokales, regionales oder überörtliches Publikum, Verbraucher oder Fachleute. Nach dieser Zielgruppe richtet sich die Frage der anvisierten Medien: Tageszeitung, Lokalredaktionen, Fachzeitschriften, lokale Radio- oder TV-Sender. Hat man sich für Zielgruppe und Medium bzw. Medien entschieden, kann´s losgehen mit dem Schreiben.
Aufgeben gilt nicht
Der fertige Text sollte entweder per Fax oder als Email (besser direkt in die Email kopieren und nicht als Anhang senden) möglichst direkt an den betreffenden Redakteur geschickt werden. Um den richtigen Ansprechpartner herauszufinden, am besten einfach in der betreffenden Redaktion anrufen und nachfragen. Sollte man einmal auf Ablehnung stoßen oder keine Reaktion erhalten, nicht aufgeben! Journalismus ist immer Tagesgeschäft, kein Redakteur kann die Nachrichtenlage vorhersagen, häufig kommt ein unvorhergesehenes Ereignis in die Quere oder das Thema war schlicht nicht spannend genug. Und genau darin liegt die Herausorderung für jeden, der Öffentlichkeitsarbeit betreibt: Neugier zu wecken für das eigene Anliegen!
Wenn beim Schreiben die folgenden Tipps beachtet werden, ist der Weg frei für erfolgreiche PR in eigener Sache.
· Die Formalitäten
Vor jedem Pressetext stehen Informationen über den Absender, vergleichbar mit einem Briefkopf. Im Anschluss daran findet sich die Überschrift ?Presseinformation? in größerer fetter Schrift. Darunter erscheint der Titel als Schlagzeile der Presseinformation.
Der eigentliche Text beginnt immer mit der Angabe von Ort und Datum.
Als Schrift sollte eine klare, serifenlose Schriftart gewählt werden, wie beispielsweise Arial oder Verdana, nicht Times New Roman. Ausreichend Rand und ein Zeilenabstand von 1,5 sorgen für klare Formen und bessere Lesbarkeit.
Geben Sie am Ende des Textes etwas abgesetzt eine Kontaktmöglichkeit für den Journalisten an.
· Die Schlagzeile
Eine gute, knackige Schlagzeile weckt Interesse und macht Lust aufs Lesen ? das gilt für uns ?normalsterbliche? Leser genau so wie für Journalisten! Die Schlagzeile kann sich später im Text wieder finden und dort weiter ausgeführt werden. Häufig nimmt die Suche nach einer guten Schlagzeile die meiste Zeit beim Verfassen einer Presseinformation in Anspruch.
· Der Text
First things first ? dieses Motto ist sehr wichtig für Pressetexte. Die wichtigsten Fragen müssen direkt zu Beginn des Textes beantwortet werden. Hilfestellung: die W-Fragen müssen beantwortet werden (Wer? Wann? Wo? Wie? Warum?). Je weiter hinten sich die Information befindet, desto unwichtiger ist sie für den Journalisten! Und desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Journalist die Presseinformation als uninteressant in den Papierkorb fallen lässt.
Der Pressetext sollte auf keinen Fall länger als 2 Seiten sein! Der Text dient dem Journalisten nur als Recherchehilfe, sollte er tatsächlich ausführlicher über das Thema berichten wollen, hat er Ihre Kontaktadresse.
· Der Stil
Es handelt sich nicht um einen juristischen Text! Diese Tatsache sollte man sich immer wieder beim Schreiben vergegenwärtigen!
Daher so weit wie möglich auf juristische Fachbegriffe und für Nichtjuristen unwichtige Details verzichten und kurze prägnante Sätze bilden, Schachtelsätze vermeiden.
Inhaltlich geht es darum, Fakten und Informationen zu liefern. Meinungen, Werbedarstellungen oder Kritik sind in einer Presseinformation tabu! Ausschließlich in wörtliche Rede als Zitate eingepackt können Meinungen und Einschätzungen ?wohldosiert? wieder gegeben werden. Bei Zitaten sollte man immer darauf achten, den Sprecher mit Vor- und Nachnamen zu nennen. Auch der Autor der Presseinformation bezeichnet sich im Text mit Vor- und Nachnamen und spricht von sich ausschließlich in der dritten Person ?es geht darum neutrale, sachliche Informationen zu liefern.
Passivsätze vermeiden, besser so oft es geht die aktive Form des Verbs verwenden. Auch das unter Juristen so beliebte Beamtendeutsch (z. B. ?Anlieferung? und ?Formulierung? statt ?anliefern? und ?formulieren?) verunstaltet Sprache und macht keine Lust aufs Lesen.
Als Zeitform sollte man so oft wie möglich die Gegenwart verwenden, auch wenn der Text beispielsweise eine Veranstaltung ankündigt. Auf diese Weise gewinnt das Geschriebene an Aktualität. Generell sollte deshalb auch über Vergangenes so wenig wie möglich geschrieben werden.
· Das Unvermeidliche
Kontrollieren Sie den Text penibel nach Rechtschreibfehlern! Auch wenn es banal klingt. Lassen Sie Ihre Presseinformation außerdem von einer oder zwei Personen gegenlesen, die ein bisschen Abstand zur Materie haben. Auf diese Weise können Sie auch überprüfen, ob Sie aussagen, was Sie aussagen wollen!
Rechtsanwältin Asta-Birgitta Heesen, Düsseldorf
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